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Schatten der Vergangenheit - 20. Kapitel
mimi, pommes, handball
ayrenni

 

Arztbesuch und Antworten

„Du hattest Recht…ich hab’ mich in dich verliebt…“, hallten Minis Worte in Mimis Ohren nach. Wieder und wieder hörte er diese selben Sätze in einer Art Endlosschleife, als würde der andere sie in seinem Kopf ständig wiederholen. Immer wieder.

Auch, wenn Mimi so etwas schon beinahe geahnt hatte – es jetzt wirklich direkt von Mini zu hören, war doch etwas komplett anderes, als reine Spekulationen anzustellen. Die Bestätigung für seine Vermutung so unverblümt ins Gesicht gesagt zu kriegen, war eben doch bei weitem schwerer zu verdauen, als nur mit vagen Vermutungen zu leben, wie Mimi jetzt hatte feststellen müssen.

Nur am Rande bekam Mimi in diesem Zustand überhaupt mit, dass Doktor Brandecker, den er zwar schon öfter bei den Spielen gegen den THW gesehen, mit dem er sich aber noch nie persönlich unterhalten hatte, das Wohnzimmer betrat und Mimi nach einem ernsten, musternden Blick dann die Hand hinstreckte. Dominik erschien jetzt in der Tür, blieb allerdings etwas zögerlich im Türrahmen stehen, da er nicht so recht zu wissen schien, ob er sich in das Zimmer wagen sollte, oder nicht. Der Blick des Linksaußen gefiel Mimi so ganz und gar nicht.

Er sah schon beinahe schuldbewusst drein, wie er da so da stand. Als ob ausgerechnet er etwas falsch gemacht hätte…

Automatisch griff Mimi nach der Hand, die ihm angeboten wurde, schüttelte sie kurz, erwiderte daraufhin den freundlichen Gruß des Arztes und beantwortete dann ganz routinemäßig die Fragen zu seinem Gesundheitszustand, die der Mediziner ihm stellte. Was genau er sagte, wusste Mimi allerdings nicht so wirklich, denn mit seinen Gedanken war er noch immer viel mehr damit beschäftigt, so langsam zu begreifen, was Dominik ihm gerade eben gebeichtet hatte, als sich darum zu kümmern, wie es um seine Gesundheit stand.

Aber seine Antworten mussten immerhin ausreichend viel Sinn ergeben haben, denn  Doktor Brandecker nickte nur ein paar Mal verstehend, bevor er sich dann seinem mitgebrachten Arztkoffer zuwandte, in dem er gleich zu kramen begann.

Mimis Blick wanderte fast sofort wieder über die Sofalehne hinweg zu Dominik, der jetzt im Türrahmen lehnte und gedankenverloren vor sich hin starrte, es dabei allerdings peinlich genau vermied, auch nur zufällig in Mimis Richtung zu blicken. Stattdessen starrte er die Wohnzimmerwand so interessiert an, als hätte er sie noch nie zuvor gesehen.

Ob der Kieler es wohl in diesem Augenblick bereute, vor ein paar Minuten so ehrlich zu Mimi gewesen zu sein? Oder war er erleichtert, jetzt endlich die Wahrheit gesagt zu haben?

Mimi konnte nicht das Geringste aus dem Gesicht des anderen lesen – und im nächsten Moment fühlte er, dass ihm nicht gerade besonders grob, aber doch bestimmt, etwas langes in den Mund geschoben wurde, das er ein paar Sekunden später als ein Fieberthermometer identifizierte, was seine Aufmerksamkeit wieder auf die Untersuchung des Kieler Mannschaftsarztes lenkte.

Als er sich jetzt nämlich wieder umwandte, erkannte er, dass der Arzt ihm gerade erneut eine Frage gestellt hatte – offenbar dieses Mal zu seinem verletzten Fuß, denn bevor Mimi auch nur dazu gekommen wäre, groß zu antworten oder nachzufragen, was der Mediziner überhaupt hatte wissen wollen, hatte der Kieler Mannschaftsarzt sich auch schon daran gemacht, Mimis linken Fuß so vorsichtig wie möglich von Dominiks Socken mit Simpsonmotiv zu befreien, so dass er den noch immer etwas geschwollenen Knöchel vorsichtig abtasten konnte.

Der stechende Schmerz, der ihn durchfuhr, als Doktor Brandecker vorsichtig seinen Fuß bewegte, ließ Mimi heftig zusammenzucken – er konnte sich nicht daran erinnern, dass die Verletzung seit dem Spiel so heftig geschmerzt hätte. Sogar kurz nach dem Spiel war es nicht ganz so schlimm gewesen. Offenbar hatte er es mit dem Herumrennen im Regen draußen tatsächlich übertrieben, was auch die ernste Miene des Arztes deutlich zeigte.

Mimi hoffte nur, dass das die Trainingspause, die er ohnehin einlegen musste, nicht noch mal verlängern würde…

Als das Thermometer in seinem Mund piepste, nahm Mimi es schnell heraus, doch bevor er überhaupt selbst dazu gekommen wäre, einen Blick auf die Anzeige zu werfen, hatte Doktor Brandecker es auch schon in der Hand. Sein Blick hellte sich allerdings auch bei dem Blick auf das Fieberthermometer nicht wirklich auf.

„Ja, genau so etwas habe ich schon befürchtet…“, nickte der Arzt daraufhin nur und seufzte leise, bevor er sich an Mimi wandte, „…ich muss Ihnen sagen, Herr Kraus, dass Ihre Körpertemperatur eindeutig erhöht ist – sie haben 39, 7 Grad Fieber, ich brauche ihnen wohl nicht zu sagen, dass so etwas nicht zu unterschätzen ist. Und gerade da Ihr Immunsystem ja wegen ihrer eben erst überstandenen Grippe noch ziemlich geschwächt ist, war ihr kleiner Ausflug in den Regen bei den momentanen Außentemperaturen wohl nicht gerade die beste Idee…“

Etwas überrascht ließ Mimi seinen Blick auf diese Worte hin zu Dominik wandern – der Mimi noch immer nicht direkt ansah. Dieses Mal war sein gesenkter Blick allerdings eindeutig schuldbewusst. Ganz zu Recht, wie Mimi fand.

Warum hatte der Linksaußen dem Arzt auch von Mimis Ausflug nach draußen erzählt? Und was wusste der Mediziner sonst noch? Kannte er auch den Grund, warum Mimi draußen gewesen war – hatte Mini etwas von ihrem Streit erzählt? Wusste der Arzt womöglich sogar, dass Dominik schwul war?

Das konnte Mimi sich nun allerdings beim besten Willen wirklich nicht vorstellen…

„Aber wie dem auch sei. Wenn Sie Glück haben und Sie sich die nächsten paar Tage nicht weiter als vom Sofa zum Bett und wieder zurück – und unter keinen Umständen nach draußen oder sonst wohin – bewegen, dann besteht die Hoffnung, dass es bei Ihnen lediglich bei einer starken Erkältung bleibt, wie Sie sie ja schon haben, und dass ihr Fieber nicht weiter steigt. Sollte das allerdings der Fall sein, dann müssten Sie mich sofort informieren, denn dann müssen wir es mit Fieber senkenden Mitteln probieren…“, sprach der Arzt jetzt allerdings auch schon weiter und brachte Mimis Gedanken für den Augenblick zum verstummen, da er sich nun komplett auf den Mediziner und dessen weitere Worte konzentrierte.

„Dominik, ich kann mich doch darauf verlassen, dass du gut auf unseren Patienten achtest, nicht wahr? Und ihn wenn nötig auch in deinem Bett festbindest…“, fragte der Arzt da allerdings an Mini gewandt, riss diesen damit anscheinend aus seinen Gedanken und brachte ihn stattdessen dazu, Detlef ein paar Sekunden lang mit weit aufgerissenen, beinahe etwas panisch wirkenden Augen anzustarren.

Seine Wangen hatten sich bei den Worten des Mediziners unwillkürlich leicht rot verfärbt und der Linksaußen brauchte anscheinend einen Moment, bis er verstanden hatte, was der Doktor eigentlich gemeint hatte – und dass es nicht so gemeint gewesen war, wie es sich im ersten Moment angehört hatte.

Dann nickte der Kieler jedoch schnell und konnte es anscheinend nicht verhindern, dass seine Augen kurzzeitig in Mimis Richtung wanderten.

„Klar…“, murmelte Dominik daraufhin allerdings schnell und ausweichend in Richtung des Doktors, bevor er den Blick auch schon wieder abwandte. 

Ungefragt schlichen sich bei dieser Szene jetzt allerdings Bilder in Mimis Kopf ein, von denen er nicht so recht sagen konnte, ob sie ihm unangenehm waren, oder nicht...

Dass sie es eigentlich sein sollten, soviel war ihm allerdings klar…

Er wusste, dass die Worte vom Kieler Mannschaftsarzt mit Sicherheit nicht so gemeint gewesen waren, wie sie geklungen hatten – aber anscheinend hatte auch Dominik sie nicht auf Anhieb so aufgefasst, wie sie eigentlich intendiert gewesen waren.

Nun ja, das mochte allerdings vielleicht auch daran liegen, dass der Arzt Mimi und Dominik zu einem was das betraf wirklich ungünstigen Zeitpunkt unterbrochen hatte und ihre Gedanken im Augenblick ohnehin unablässig eigentlich nur um eines kreisten…

Und nichtsdestotrotz war Mimi ja schon beinahe erleichtert gewesen war, dass er es aufgrund des Arztbesuchs zumindest ein paar Minuten hatte hinauszögern können, etwas auf Mimis Geständnis erwidern zu müssen. Was er nämlich hätte sagen sollen oder können – dessen war der Spielmacher sich immer noch nicht so wirklich sicher.

Nur, dass er nicht noch einmal so dumm und heftig reagiert hätte wie heute, nachdem Mini vom Training nach Hause gekommen war, das stand für ihn nicht mehr in Frage. Auch wenn Mimi noch immer leichtes Unbehagen bei dem Gedanken empfand, dass ein anderer Mann sich zu ihm hingezogen fühlte. Sexuell hingezogen fühlte.

„Gut, nachdem wir das jetzt also geklärt haben und ich mich darauf verlassen kann, dass Sie als Profisportler nicht noch einmal so unverantwortlich mit ihrem Körper umgehen…“, meinte Doktor Brandecker daraufhin allerdings und lenkte Mimis Aufmerksamkeit daraufhin wieder auf sich, „…werde ich ihnen jetzt nur noch einen stützenden Verband anlegen, damit ihr Fuß auch während sie schlafen komplett ruhig gestellt ist. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die Dehnung in ein paar Tagen tatsächlich abgeklungen sein sollte, wenn sie Ihren Fuß nicht mehr weiter übermäßig beanspruchen. Sie sollten also nicht länger ausfallen, als von ihrem Arzt angenommen.“

Dankbar nickte Mimi. Das waren doch endlich mal gute Neuigkeiten. Davon konnte er im Augenblick ohnehin mehr gebrauchen…

„Ich…danke. Auch dafür, dass Sie so schnell vorbei gekommen sind, obwohl ich eigentlich noch nicht mal einer von Ihren Patienten bin…“, meinte Mimi schließlich ehrlich an den Mediziner gewandt, der die Worte des Lemgoers allerdings nur mit einem gutmütigen Lächeln und einem Schulterzucken abtat.

„Ich bin Arzt geworden, um Menschen helfen zu können…“, erwiderte er dann nur freundlich, bevor er mit einem kleinen, schelmischen Zwinkern hinzufügte„…und gegen den THW habt ihr ja schon gespielt, da brauch ich mir also keine Sorgen mehr machen, dass ich Ärger dafür kriege, dass ich einem der besten Spieler der gegnerischem Mannschaft wieder auf die Beine geholfen habe…Außerdem ist Dominik ein lieber Junge, dem seine Freunde wichtiger sind als alles andere. Und wenn er mich anruft und bittet, einem guten Freund von ihm zu helfen, um den er sich Sorgen macht, dann würde ich niemals nein sagen…“

Zu seinem eigenen Erstaunen lächelte Mimi bei diesen Worten von Doktor Brandecker weich, fühlte sich zum ersten Mal seit ewigen Zeiten – so lange kam es ihm selbst zumindest vor – endlich wieder völlig befreit und mit sich selbst im Reinen. Vielleicht, weil die Worte des Kieler Mannschaftsarztes etwas in Mimi bewegt hatten, ihn etwas hatten erkennen lassen, das er zwar die ganze Zeit über gewusst hatte – woran er aber irgendwie doch erst wieder hatte erinnert werden müssen.

„Ja, das ist er allerdings. Jeder, der das Glück hat, von ihm als Freund bezeichnet zu werden, sollte das zu schätzen wissen…“, murmelte Mimi daraufhin ganz leise – er war sich noch nicht einmal sicher, ob ihn der Arzt verstanden hatte, der sich inzwischen seinem Knöchel zugewandt hatte, um ihm wie angekündigt den Verband anzulegen.

Dominik, der noch immer am anderen Ende des Raumes stand, hatte jedoch mit Sicherheit nicht gehört, was Mimi gesagt hatte. Aber das würde Mimi ändern, nahm er sich vor. Sobald der Doktor die Wohnung verlassen hatte, würde Mimi Mini endlich die Antwort geben, auf die der andere offenbar mit wachsender Nervosität wartete. Denn so langsam begann Dominiks Blick wirklich unruhig durch das Zimmer zu wandern, wie Mimi feststellte.

Noch einmal musste Mimi die Zähne fest zusammenbeißen, während Doktor Brandecker den Stützverband anlegte, doch ein paar Minuten später war auch dieser Teil der Behandlung geschafft.

„In Ordnung. Ich lasse Ihnen dann nur noch ein Rezept für ein ziemlich starkes Mittel zum Gurgeln gegen die Heiserkeit und die Halsschmerzen da, außerdem solltest du, wenn du schon in der Apotheke vorbei schauen musst, gleich auch noch Hustensaft und Halstabletten

besorgen, Dominik…“, meinte Detlef daraufhin noch halb an Mimi, halb an Dominik gewandt, was Mini mit einem kurzen Nicken bestätigte.

Gleich darauf verabschiedete der Mediziner sich auch schon wieder von ihnen beiden – Dominik brachte seinen Mannschaftsarzt daraufhin noch zur Tür, nachdem Mimi sich noch einmal bei ihm bedankt und ihm zum Abschied die Hand geschüttelt hatte.

Auch, wenn er es zuvor eigentlich beim besten Willen nicht geglaubt hätte – irgendwie hatte ihm dieser Arztbesuch und die Anwesenheit eines dritten Menschen in Minis Wohnung doch auf eine seltsame Art und Weise dabei geholfen, seine Gedanken zu ordnen und sich darüber klar zu werden, was er Dominik gleich sagen würde.

Leise Schritte ließen Mimi jetzt jedoch aus seinen Gedanken hochschrecken – und im nächsten Moment fand Mimi sich für ihn ziemlich unerwartet Dominik gegenüber, der vor dem Sofa stand und ihn jetzt ganz im Gegensatz zu vorhin, als der Doktor da gewesen war, mit festem Blick musterte.

Unter diesem intensiven Blick begann Mimi bald, sich ziemlich unwohl zu fühlen, er räusperte sich unbehaglich, bevor er sich schließlich überwand und das Wort ergriff, um das Gespräch, das vorhin so jäh unterbrochen worden war, wieder aufzunehmen. Immerhin hatte Dominik lange genug auf eine Antwort von Mimi warten müssen.

„Mini, ich…also als Erstes wollt ich dir sagen, dass ich es wirklich bewundere und zu schätzen weiß, wie ehrlich du gerade eben zu mir warst. Ich bin mir sicher, dass es dich eine Menge Überwindung gekostet hat – und…verdammt, ich weiß, dass nach meiner vorherigen Reaktion beileibe nicht jeder so mutig gewesen wäre, mir so etwas zu sagen…“, begann Mimi schließlich etwas unbeholfen zu reden, fuhr sich nervös durch die Haare, als er stockte, da er es noch nicht einmal schaffte, die Worte über die Lippen zu bringen, die Dominik ihm gestanden hatte.

Minis neutraler Blick trug außerdem auch nicht gerade dazu bei, Mimis Nervosität zu lindern oder ihn zu beruhigen.

„Und deshalb, will ich genau so ehrlich zu dir sein…“, meinte Mimi schließlich etwas sicherer, „…ich könnte dir nämlich jetzt etwas erzählen von wegen dass es mir nichts ausmacht und dass alles wieder wie früher wird…aber das kann ich nicht. Es war echt verdammt schwierig für mich, mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass ein Mannschaftskollege – dass du – auf Männer stehst. Und es wird wohl auch einige Zeit dauern, bis ich mich damit abgefunden und ich die Tatsache verdaut habe…dass du dich ausgerechnet in mich…verliebt hast…“, zwang Mimi sich jetzt allerdings ganz einfach dazu, das Kind beim Namen zu nennen.

Mini schien etwas einwenden zu wollen, doch Mimi hob die Hand, um den anderen mit dieser Geste zum Verstummen  zu bringen.

„Und obwohl ich deine Gefühle nicht erwidere und nicht das für dich sein kannst, was du dir wünschst…ich…wenn…wenn es für dich irgendwie möglich ist – und ich würde wirklich verstehen, wenn du nein sagst, weil diese ganze Sache einfach nur scheiße für dich sein muss…aber, wenn du irgendeine Möglichkeit dafür siehst…dann will ich dir sagen, dass ich weiterhin mit dir befreundet sein will. Ein Freund sein will, für dich“, beendete Mimi schließlich seine Ausführungen.

Minutenlang schwiegen sie beide daraufhin, blickten sich lediglich gegenseitig in die Augen ohne ein Wort von sich zu geben oder auch nur zu blinzeln.

Mit einem Mal konnte Mimi wieder in den Augen des Linksaußen lesen, wie in einem offenen Buch. Einige Zeit lang schienen Enttäuschung und Erleichterung miteinander um die Vorherrschaft im Blick des anderen zu kämpfen – doch letztendlich gewann keines von beidem die Überhand.

Stattdessen schlich sich ein schwaches, vorsichtiges Lächeln auf Minis Züge.

„Du hast Recht…diese ganze Situation ist wirklich nicht einfach für mich – offensichtlich genau so wenig wie für dich… aber… vielleicht… vielleicht können wir aus dieser ganzen Scheiße ja doch unsere Freundschaft retten, vielleicht wird sie dadurch sogar stärker als sie vorher gewesen ist, wer weiß. Ich will es zumindest versuchen…“, stellte Mini daraufhin fest.

Dominiks Lächeln, so zögerlich es am Anfang auch noch gewirkt hatte, brachte nun auch Mimi dazu, es dem Linksaußen nachzutun. Eine ganze Zeit lang lächelten sie einander daraufhin so beinahe schüchtern an, bevor es schließlich wieder Mini war, der die jetzt nicht mehr angespannte oder geladene, sondern inzwischen angenehme Stille durchbrach.

„Leg dich mal wieder richtig hin und deck dich anständig zu, immerhin bist du krank und sollst schnell wieder gesund werden…“, ermahnte Mini Mimi und klang dabei bei weitem nicht so ernst, wie er es eigentlich wohl gewollt hatte, „…ich geh schnell in die Küche und mach dir deinen Tee. Außerdem muss ich sowieso mal sehen, was wir uns jetzt dann gleich noch zu essen machen - und keine Widerrede“, wandte Mini sofort ein, als er sah, dass Mimi widersprechen wollte, „Du musst was essen, da hilft alles Herumjammern nicht. Und wenn ich dich dazu zwingen muss…“

Mit diesen resoluten Worten drehte Mini sich schließlich um und verschwand in seiner Küche. Etwas verblüfft starrte Mimi dem anderen nach, bevor er nach der Bettdecke griff, in die er sich sofort wieder einkuschelte, und sich dann wieder in die Kissen sinken ließ, so dass er wie zuvor längs auf dem Sofa lag. Er hatte keine Ahnung, was plötzlich passiert war – wodurch die Stimmung zwischen ihm und Mimi so plötzlich zum Positiven umgeschwungen war.

Aber irgendetwas musste er wohl richtig gemacht haben.

 


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